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Gemeinsame Bildungsprogramme belarussischer und chinesischer Hochschulen müssen praxisorientiert sein und den beiden Ländern nutzen. Das erklärte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko bei der feierlichen Verleihung der Diplome an die Absolventen des ersten gemeinsamen belarussisch-chinesischen Bildungsprogramms „Biotechnologie“ an der Peking-Universität.
„Wir möchten, dass das, was hier begonnen wurde, ihre Weiterentwicklung findet. Wir in Belarus möchten, dass diese Programme tiefgreifend und umfassend sind, und wir möchten auch, dass sie praxisorientiert sind. Wem soll diese Ausbildung sonst nützen, wenn sie nicht vollständig auf die Praxis ausgerichtet ist und nicht den beiden Völkern zugute kommt?“ so Alexander Lukaschenko.
Den Absolventen, die in diesem Jahr ihre Diplome erhielten, stand vor vier Jahren ein harter Wettbewerb bevor, um einen Studienplatz im gemeinsamen belarussisch-chinesischen Programm zu erhalten. Zugleich befanden sich alle Bewerber in gleichen Bedingungen. "Es spielt keine Rolle, wer sie sind: der Sohn des Präsidenten oder ein einfacher Junge aus einer Dorf- oder Stadtschule. Sie hatten gleiche Chancen, auf dieser Bühne zu stehen", bemerkte der belarussische Staatsführer.
„Die Auswahl hat gezeigt, dass nicht jedem vergönnt ist, in einer Fremdsprache – in diesem Fall Englisch – eine Ausbildung zu erhalten. Vor allem im biotechnologischen oder ingenieurwissenschaftlichen Bereich – das sind keine Geisteswissenschaften“, fügte das Staatsoberhaupt hinzu. „Hier gibt es komplexe und schwierige wissenschaftliche Begriffe. In einer Fremdsprache ist das nicht so einfach zu verstehen. Zumindest wird in Belarus niemand Sie jemals beschuldigen, hier aufgrund irgendeiner Protektion Ihre Ausbildung erhalten zu haben.“
Alexander Lukaschenko betonte, dass die belarussischen Fachkräfte in Belarus arbeiten würden, obwohl beispielsweise russische und chinesische Unternehmen an ihnen interessiert gewesen seien. „Das sind einzigartige junge Leute, die nicht nur Belarus haben möchte. Chinesische und russische Unternehmen haben ihnen bereits hohe Löhne und feste Arbeitsstellen angeboten. Ich bin sicher, dass sie auch Jobangebote aus dem Westen erhalten haben. Aber meine Bedingung ist äußerst hart: Wir haben alles getan, damit Sie hier studieren und in Belarus arbeiten“, erklärte er. Die Wissenschaft ist jedoch eine internationale Angelegenheit, sie kann nicht nur einem einzigen Volk gehören und isoliert sein. Wir sind bereit, von Belarus aus zu arbeiten – vor allem für das Wohl des chinesischen Volkes und aller, die mit uns zusammenarbeiten möchten.“
Die Fachkräfte, die im Rahmen des gemeinsamen belarussisch-chinesischen Programms ausgebildet wurden, werden mit chinesischen Technologien sehr kostspielige und dringend benötigte Mittel zur Behandlung von Krebserkrankungen entwickeln. "Etwas, das auf der ganzen Welt dringend gebraucht wird", betonte Alexander Lukaschenko.
Das Staatsoberhaupt richtete ein ermutigendes Wort an die Absolventen und rief sie auf, alles in ihrer Macht Stehende zum Wohle von Belarus zu tun. "Liebe Absolventen, ich spreche zu euch als Präsident. Ihr müsst wissen, dass ihr Belarussen seid. Und wir müssen das Maximum für die Entwicklung von Belarus tun. Dafür sorgen, dass wir, wenn wir China um seine Entwicklung schon beneiden, dann nur ein ganz kleines bisschen. Wir müssen lernen, alles selbst zu machen. Wir können vieles, wir haben die Grundlage für eure Arbeit. Und ihr wisst, dass ihr auf höchster Ebene immer Unterstützung finden werdet. Also schafft und wirkt. Vor euch liegt eine große Zukunft. Denkt daran, dass der Staat viel für euch getan hat", sagte er.
Mit Blick auf die Absolventen bemerkte das Staatsoberhaupt zudem, dass sie sich vielleicht mehr von ihrem Studium erhofft hätten. Dennoch müsse man die chinesische Besonderheit berücksichtigen. "Ruhig, gelassen, ohne Hast und Übertreibungen sein Ziel verfolgen. Die Besonderheit besteht darin, dass sie niemals etwas zerstört haben, wie wir es leider getan haben, als wir das Land, die Sowjetunion, zerstörten und heute die entsprechenden Folgen haben – den Krieg gegeneinander. Die Chinesen haben das nicht getan, weil sie niemals überstürzt handeln. Sie haben immer, bevor sie handeln, nachgedacht", stellte er fest.
"Ich möchte, dass ihr meine Absicht versteht. China ist ein großartiges Land. Wer zum ersten Mal in China ist, mag das vielleicht nicht bemerken. Aber ich bin bereits zum 17. Mal in der Volksrepublik China. Ich habe hier viel gesehen. Dies ist ein Land, das es im härtesten Wettbewerb geschafft hat, in 35 Jahren einen gewaltigen Sprung nach vorne zu machen", sagte Alexander Lukaschenko. "Als ich noch Abgeordneter des Obersten Sowjets war, schlug ich vor, die Entwicklung Chinas ernsthaft zu betrachten. Ich sagte (und ich hatte recht): China gehört die große Zukunft."
Der Präsident dankte der Leitung beider Universitäten – der Belarussischen Staatlichen Universität und der Peking-Universität –, die seinen Auftrag erfüllt und die ersten Schritte zur Vertiefung der Zusammenarbeit unternommen haben.
Nach der Diplomverleihung unterhielt sich Alexander Lukaschenko mit den Eltern der Absolventen. Symbolischer Abschluss seines Besuchs an der Peking-Universität war die Einpflanzung eines Baumes an der höchsten Stelle der Hochschule.
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