Schtschetkina regt an, die Bildung eines Frauenrates für die eurasische Region zu prüfen
In der eurasischen Region sollte die Frage der Bildung eines Frauenrates geprüft werden, bemerkte die Professorin am Lehrstuhl für Sozialpolitik und Ideologie der Akademie für Verwaltung beim Präsidenten der Republik Belarus, Marianna Schtschetkina, während der thematischen Sitzung „Die Rolle der Frauen bei der Stärkung des internationalen Friedens und der Sicherheit. Von der Geschlechtergleichstellung zur nachhaltigen Entwicklung“ am Rande der 4. Minsker Internationalen Konferenz zur eurasischen Sicherheit.
„Aktive Frauenorganisationen müssen sich heute zusammenschließen. Im Rahmen unserer Konferenz kann auch die Frage der Bildung eines Frauenrates für die eurasische Region erwogen werden, einschließlich einer generationenübergreifenden Plattform, damit sich die Jugend daran beteiligt“, sagte Marianna Schtschetkina.
Ihren Worten zufolge ist die Rolle der Frauenorganisationen bei der Lösung zentraler Fragen groß: Sie umfasse Volksdiplomatie und horizontale Vernetzung.
Mit Blick auf die Rolle der Frauenorganisationen bei der Beilegung militärischer Konflikte betonte die Professorin, dass „die Zeit gekommen ist, nicht zu bitten, sondern zu fordern“. „Setzen Sie sich an den Verhandlungstisch und einigen Sie sich endlich auf Frieden – er muss kommen. Nehmen Sie eine friedliebende, konstruktive Agenda auf. Alle sind davon (von Kriegen und Konfrontationen. – Anm. BELTA) bereits müde“, sagte sie.
Doch selbst in dieser Frage nähmen Frauen unterschiedliche Positionen ein, bemerkte Marianna Schtschetkina. Ihren Worten zufolge sollten einige Frauen in der Europäischen Union ebenfalls auf ihre eigenen innenpolitischen Agenden und inneren Probleme schauen und nicht von der Tribüne herab zur Verhängung von Sanktionen und zu einem Wettrüsten aufrufen. Einige europäische Frauen müssten auf die demografische Sicherheit ihrer Länder achten und zur Agenda der traditionellen Familie zurückkehren.
Die Professorin erläuterte, warum das Potenzial der Frauen grundsätzlich verwirklicht werden müsse. Erstens schaffen Frauen die Grundlage für Vertrauen.
„Wenn Frauen als Friedensstifterinnen präsent sind, wenn sie Uniform tragen (Frauen sind in allen Sicherheitsstrukturen vertreten, für sie ist das eine Möglichkeit, ihren Traum zu verwirklichen), genießen sie ein ganz anderes Vertrauen. Die Zivilbevölkerung vertraut Frauen stärker, weil sie versteht: Frauen sind stets am Menschen ausgerichtet“, sagte Marianna Schtschetkina.
Sie nannte eine anschauliche Statistik. Untersuchungen zufolge steige die Wahrscheinlichkeit, dass eine Vereinbarung mindestens 15 Jahre Bestand hat, um 35 %, wenn Frauen an Friedensprozessen beteiligt sind.
Die Professorin erklärte dieses Phänomen damit, dass sich Männer in Verhandlungen vor allem auf eine Waffenruhe, Machtteilung und Amnestien konzentrierten – und das sei richtig. Frauen ergänzten die Verhandlungsagenda um die Übergangsphase: Was geschieht mit der Zivilbevölkerung? Dabei gehe es um den Wiederaufbau sozialer Infrastruktur, Ernährungssicherheit und mehr.
Darüber hinaus seien Frauen informelle Mediatorinnen. „Bei kleinen lokalen Konflikten schalten sich natürlich zuerst Frauen ein. Deshalb sind Frauen in gesellschaftlichen Organisationen und Gewerkschaften auf Führungsebene vertreten“, bemerkte sie.
Aufmerksamkeit und Verständnis von Frauen seien auch dann gefragt, wenn es um die Freilassung von Gefangenen, die Rehabilitation von Betroffenen, die Arbeit mit psychischen Traumata und mit Waisenkindern gehe.
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