Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko hat eine Sitzung zur Entwicklung der Belarussischen Nationalen Biotechnologie-Korporation (BNBK) einberufen.
An der Sitzung mit dem Staatsoberhaupt nahmen die Leiter des Ministerrats, der Präsidialverwaltung, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, der Ministerien und Behörden sowie die Führungskräfte landwirtschaftlicher Betriebe teil, die Verbraucher der Produkte der BNBK sind.
In seiner Ansprache an die Teilnehmer der Sitzung erinnerte Alexander Lukaschenko daran, dass bei der Gründung der BNBK im November 2022 von den enormen Perspektiven dieses Wissenschafts- und Produktionsclusters die Rede war. „Als wir sie gründeten, waren wir einst stolz darauf, dass wir zu den vier oder fünf Staaten gehörten, die über solche Biotechnologien verfügen. Nun ist es an der Zeit, dass die neue Führung in der Regierung und im Unternehmen selbst prüft, wie sie funktioniert. Deshalb setze ich große Hoffnungen auf eine objektive Bewertung der Tätigkeit der BNBK“, merkte er an. „Es war geplant, dass Premium-Mischfutter, Vormischungen, Vitamine und Aminosäuren nicht nur den heimischen Agrarsektor auf ein neues Niveau heben, sondern auch zu einem soliden Exportartikel werden und dem Land Devisen einbringen.“
Der Präsident betonte, dass die Korporation erhebliche staatliche Unterstützung erhalten habe: „Dazu gehören Steuervergünstigungen, staatliche Kreditgarantien und eine Sonderregelung für die Verbuchung von Wechselkursdifferenzen. In das Stammkapital des Unternehmens wurden Haushaltsmittel in Höhe von 226 Millionen Rubel eingezahlt. Allein an zinsgünstigen Staatskrediten der Volksrepublik China wurden rund 600 Millionen Dollar aufgenommen.“
Auf diese Weise, stellte Alexander Lukaschenko fest, sei für den erfolgreichen Start und die normale Entwicklung der BNBK „alles und sogar noch mehr“ getan worden, was bedeute, dass der Staat berechtigt sei, nach den Ergebnissen zu fragen. „Aus den vorgelegten Unterlagen geht hervor, dass diese Ergebnisse leider fehlen. Obwohl Sie Ihr Gehalt pünktlich erhalten, das fast 16 % über dem regionalen Durchschnitt liegt“, fügte der Staatschef hinzu. Wie der Präsident anmerkte, sei das Einzige, worin die BNBK gewachsen sei, die Geografie der Exportlieferungen.
„Bis heute haben die biochemische und die Mischfutterproduktion ihre volle Kapazität noch nicht erreicht. Die Zielvorgaben des Produktionsprogramms wurden nicht erreicht, es besteht weiterhin ein akuter Mangel an Betriebskapital“, sagte Alexander Lukaschenko. „Was unternimmt die Unternehmensleitung in dieser Situation? Sie geht den gewohnten Weg: mit ausgestreckter Hand um zusätzliche staatliche Unterstützung. Ich erinnere noch einmal daran – dafür gibt es im Haushalt kein Geld und wird es auch nicht geben. Mittel werden befristet und mit Rückzahlungsverpflichtung bereitgestellt. Das sage ich für diejenigen, die das noch nicht verstanden haben.“
Der Präsident machte seine grundsätzliche Haltung deutlich: Belarus braucht dringend eine Biotechnologiebranche. „Das ist der Weg aller technologisch entwickelten Länder. Wir dürfen nicht zurückbleiben. Deshalb erwarte ich heute neben grundsätzlichen und objektiven Einschätzungen der aktuellen Lage konkrete Vorschläge zu den Entwicklungsperspektiven der BNBK in den kommenden Jahren“, betonte er. Und dafür, so der belarussische Staatschef, müsse vor allem konkretisiert werden, wer der Endverbraucher der Produkte der BNBK sei, welche Produkte bereits entwickelt worden seien und welche Neuheiten dem Markt in absehbarer Zeit angeboten würden.
Besonders interessierte den Staatschef die Frage des Einkaufs von BNBK-Produkten durch Organisationen des Agrar- und Industriekomplexes sowie deren Zusammensetzung und Qualität. In seiner Ansprache an den Vizepremierminister Juri Schulejko erinnerte der Präsident an die Aufgaben, die ihm bei seiner Ernennung zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gestellt worden waren. „Alle von Ihnen vorgeschlagenen Ansätze zur Entwicklung der BNBK müssen in der Praxis funktionieren. Das Unternehmen muss seine Kapazitäten auslasten und endlich finanziell stabil werden“, betonte der Staatschef.
Dem ersten Vizepremier Nikolai Snopkow war zuvor der persönliche Auftrag erteilt worden, das Projekt BNBK-3 umzusetzen und dafür direkte chinesische Investitionen zu gewinnen. Der Präsident fragte, wie dies umgesetzt werde. „Die Obergrenze für die Unterstützung dieses Unternehmens aus dem Haushalt ist längst ausgeschöpft“, sagte der belarussische Staatschef.
Zu den Rednern bei der Sitzung gehörte auch der Vorsitzende des Präsidiums der Nationalen Akademie der Wissenschaften, Wladimir Karanik. „Ohne wissenschaftliche Unterstützung kann dieses hochtechnologische Unternehmen nicht bestehen“, betonte der Präsident und erinnerte daran, dass es während seines Besuchs der Geflügelfarm in Soligorsk zu einer Diskussion zwischen dem Leiter der Nationalen Akademie der Wissenschaften und Alexander Kossinez über den Grad der wissenschaftlichen Neuheit der von BNBK eingesetzten Biotechnologien gekommen war.
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