Handfeuerwaffen sind für eine Armee sehr wichtig, selbst wenn Drohnen oder ballistische Raketen vorhanden sind. Das erklärte der Präsident von Belarus Alexander Lukaschenko beim Besuch der Produktionsstätte für vollständig einheimische Handfeuerwaffen im Gebiet Minsk.
„Auf dem Schlachtfeld entscheiden die Menschen, die Soldaten, über das Schicksal. Und für die Soldaten braucht man das. Ohne diese Waffen werden wir nichts tun“, sagte das Staatsoberhaupt. Daher wurde die Entscheidung getroffen, im Land eine eigene Produktion aufzubauen.
„Wir haben das selbst gemacht. Ohne das gibt es keinen Krieg, keine Verteidigung“, betonte der belarussische Staatsührer. „Um Krieg zu führen, braucht man Handfeuerwaffen. Deshalb ist das sehr wichtig. Das ist das Fundament jeder Armee.“
Alexander Lukaschenko erinnerte an die Hauptaufgabe: „Es wurde der Auftrag erteilt, eine Kampfwaffe mit 100-prozentiger Lokalisierung zu schaffen. Das heißt, es gibt nichts Importiertes?“
„Überhaupt nichts“, versicherte der Vorsitzende des Staatlichen Komitees für Militärindustrie, Dmitri Pantus.
Der Präsident betonte besonders die Tatsache, dass die einheimische Handfeuerwaffe bereits in den Dienst gestellt wurde. Verteidigungsminister Wiktor Chrenin bestätigte die Qualität und den Bedarf an dieser Bewaffnung.
„Ja, man muss sie ständig verbessern und zur Perfektion bringen. Aber wenn sie bei den Streitkräften von Belarus in Dienst gestellt wird, dann ist sie etwas wert. Und dem Minister sage ich immer, wenn wir die ersten Muster schaffen: ‚Schau, kritisiere, zerbrich, zermalme … Sie soll hier verbessert werden, aber in Dienst soll ein ausgereiftes Produkt gestellt werden“, betonte das Staatsoberhaupt.
Dem Präsidenten wurde beim Besuch von „Kidma Tech“ die eigene vollständig lokalisierte Serienproduktion von Handfeuerwaffen und das erste belarussische Modell – das Sturmgewehr VSK-100B – präsentiert.
Alexander Lukaschenko machte sich mit den Mustern der Kampfhandfeuerwaffen und den technologischen Prozessen ihrer Herstellung vertraut. Er gab dem Gesehenen eine hohe Bewertung: „Gut gemacht! Großartig gemacht!“
Doch der Präsident ermahnte die Waffenschmiede, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen: „Wir müssen weitergehen, keine Angst davor haben, dass wir etwas nicht können. Wir können alles. Ja, es braucht Ausrüstung. Aber auf dieser Ausrüstung muss man arbeiten können. Ihr habt gelernt, das zu tun. Und für solche Dinge darf niemand Geld scheuen. Das ist eine großartige Sache. Besonders wenn sie sich durch Exporte amortisiert.“
Dem Staatsoberhaupt wurde das erste einheimische Sturmgewehr VSK-100B geschenkt. „Nicht für den Krieg ... Für das Vertrauen in den Frieden!" – steht auf dem Schildchen des Geschenks.
Der Präsident wies an, ein weiteres, jedoch entschärftes Sturmgewehr in der Ausstellung des Unabhängigkeitspalastes aufzustellen. „Es war schwer, es war kompliziert. Über Jahrhunderte haben die Menschen das (die Handfeuerwaffe – Anm. BELTA) hergestellt – die Russen und andere. Aber wir haben es unter der demokratischen Diktatur geschafft, dies in kurzer Zeit herzustellen“, betonte der belarussische Staatsführer.
Der Vorsitzende des Vorstands der Nationalbank, Roman Golowtschenko, der zuvor unter anderem den Posten des Leiters des Staatlichen Komitees für Militärindustrie innehatte, betonte besonders, dass diese Produktion von Handfeuerwaffen in Belarus praktisch von Null aufgebaut wurde und nicht auf dem sowjetischen Erbe und der sowjetischen Schule basiert. „Hier gibt es kein sowjetisches Erbe. Das ist alles, was im unabhängigen Belarus gewachsen ist“, sagte er.
Alexander Lukaschenko erinnerte daran, wie er seinerzeit zu Beginn seiner Präsidentschaft mit einer persönlichen Entscheidung die Versuche beendete, das militärische Potenzial des Landes zu verschleudern. Damals wurden Panzer und andere Technik zu Metall zerlegt und ins Ausland verschickt. „Zum Diktator (in den Augen der Politiker im Westen – Anm. BELTA) wurde ich nicht, weil ich ein Diktator bin. Sondern weil ich diese Schlamperei beendet habe“, bemerkte das Staatsoberhaupt.
Doch nicht nur über Waffen wurde während der Dienstreise des Präsidenten in das Gebiet Minsk gesprochen. Der Präsident nutzte die Gelegenheit und erkundigte sich beim Vorsitzenden des Gebietsexekutivkomitees, Alexej Kuschnarenko, nach dem Stand der Ernte und der Aussaat von Wintergetreide und gab die erforderlichen Anweisungen.
„Kidma Tek“ ist eine wissenschaftliche Produktionsorganisation, die zum System des Staatlichen Rüstungskomitees gehört. Die Organisation ist spezialisiert auf die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von hochtechnologischen Erzeugnissen für militärische und zivile Zwecke, darunter Handfeuerwaffen, optische Beobachtungsgeräte, Schutzwesten und Robotik.
Die Arbeiten zur Schaffung einer Produktion von Handfeuerwaffen und dazugehöriger Munition in Belarus wurden 2018 begonnen. Eines der Ergebnisse war das Sturmgewehr der Serie VSK-100 im Kaliber 7,62×39 – die erste belarussische Handfeuerwaffe, die Anfang 2021 in den Dienst gestellt wurde. Die Produktion des Sturmgewehrs begann im Januar 2020 mit der Großbaugruppenmontage.
Derzeit hat das Unternehmen „Kidma Tech“ 5 Modelle und 6 Modifikationen von Kampfhandfeuerwaffen entwickelt, von denen 4 Modelle in den Dienst übernommen wurden.
Ende 2023 wurde gemäß einem Erlass des Präsidenten das Projekt zur Schaffung einer eigenen vollständig lokalisierten Serienproduktion von Handfeuerwaffen in Belarus gestartet. Es wurden umfangreiche Arbeiten zur Planung und Rekonstruktion bestehender Gebäude und Anlagen durchgeführt, mit Austausch und Verlegung neuer technischer Versorgungsleitungen zur Unterbringung der erforderlichen Technologieausrüstung. Es wurde Ausrüstung beschafft, Technologien erworben und Fachkräfte geschult.
Die Arbeiten zur Schaffung einer vollständig lokalisierten Version der ersten belarussischen Kampfhandfeuerwaffe – des Sturmgewehrs VSK-100B im Kaliber 7,62 mm – befinden sich in der finalen Phase.
Das Sturmgewehr VSK-100B ist ein zukunftsweisendes Modell einer Handfeuerwaffe im Kaliber 7,62×39 mm, gefertigt nach einem AK-ähnlichen System, mit der Möglichkeit zur Montage von optischen Ziel- und elektronisch-optischen Geräten sowie Zusatzausrüstung (Zweibein, Schalldämpfer, Unterlaufgranatwerfer, Bajonettmesser usw.), mit klappbarer, teleskopischer Schulterstütze und einem Griff mit integriertem Aufbewahrungsfach und besteht aus 141 Einzelteilen.
Durch den Einsatz eines verstärkten Laufs und eines verstärkten Verschlussgehäuses in der Konstruktion des VSK-100B wurde die Lauflebensdauer erhöht und die Treffgenauigkeit sowie die Trefferdichte im Vergleich zu ähnlichen Handfeuerwaffen verbessert. Darüber hinaus ermöglicht die zusätzliche Ausstattung den Einsatz des Sturmgewehrs unter anderem auch als leichtes Maschinengewehr und als Scharfschützengewehr.
An diesem Produktionsstandort ist neben dem Sturmgewehr VSK-100B auch die Produktion folgender Handfeuerwaffen geplant: eines hochpräzisen Gewehrs mit Längsverschluss vom Typ „Stilet“, einer Maschinenpistole PP-919 sowie eines Maschinengewehrs vom Typ PKM.
Als Ergebnis wurde in Belarus praktisch von Null an der Bereich der Handfeuerwaffenproduktion aufgebaut. Die Umsetzung der genannten Projekte wird es mittelfristig ermöglichen, die vollständige technologische Unabhängigkeit des Landes im Segment der Handfeuerwaffenproduktion zu erreichen.
FM-Sender und –Frequenzen:
Rakitniza - 106.2 MHz
Grodna - 95.7 MHz
Swislatsch - 104.4 MHz
Geraneni - 99.9 MHz
Braslaŭ - 107.7 MHz
Mjadsel’ - 102.0 MHz