Auf der Jagd nach politischen Punkten habe man in Riga einmal mehr die Menschen vergessen. Das geht aus einer Stellungnahme des belarussischen Außenministeriums anlässlich der Grenzschließung Lettlands gegenüber Belarus hervor.
Der offizielle Sprecher des belarussischen Außenressorts, Ruslan Warankow, der die Erklärung vor der Presse verlas, betonte, dass die Verweise auf eine technische Panne am lettischen Grenzübergang geradezu wenig stichhaltig klängen.
„Besonders wenig überzeugend wirkt dies vor dem Hintergrund der Aussagen von Fahrern selbst, dass ihnen empfohlen worden sei, umzukehren – in Ausführung einer schriftlichen Weisung des lettischen Innenministers Herrn Dombrava“, heißt es in der Stellungnahme.
„Es liegt auf der Hand, dass sich hinter dem vorgeblichen Defekt ein weiteres Glied in der Kette der Instrumentalisierung des Grenzthemas verbirgt. Der Umstand, dass die Entscheidung über die faktische Schließung im Eilverfahren persönlich von Innenminister Jānis Dombrava – dem Vorsitzenden einer politischen Kraft – getroffen wurde, lässt keinen Zweifel am wahltaktischen Charakter dieses zynischen Schritts am Vorabend der für den 3. Oktober anberaumten Wahl zur Saeima Lettlands“, so die Ausführungen des Dokuments.